„... durch einen Schuss aus einer Polizeiwaffe tödlich verletzt.“ Eine explorative Analyse deutscher Presseberichterstattung zum polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen Personen
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2026.2.5Schlagwörter:
Medien und Kriminalität, Medienanalyse, Polizeiforschung, Polizeigewalt, polizeilicher SchusswaffengebrauchAbstract
Die Studie untersucht die deutsche Medienberichterstattung über polizeilichen Schusswaffengebrauch gegen Personen und analysiert Darstellungsmuster, diskursprägende Fälle sowie sprachliche Variationen in der Berichterstattung. Über die Pressedatenbank GENIOS wurden jeweils Titel und Teasertexte aus sieben überregionalen deutschen Medien (Juni 2020 bis Mai 2025) erhoben. Nach Kategorisierung verblieben 650 einschlägige Beiträge, von denen 488 polizeilichen Schusswaffengebrauch in Deutschland thematisierten. Die Analyse fokussierte auf 125 spezifische Fälle mit Verletzungs- oder Todesfolgen. Zwei Fälle prägen den medialen Diskurs maßgeblich: die Tötungen von Mouhamed D. (70 Beiträge) und Lorenz A. (39 Beiträge), beide junge, männliche People of Color. In Fällen mit vergleichsweise höherer medialer Aufmerksamkeit spielte eine Bewaffnung der betroffenen Personen eine zentrale Rolle (überwiegend Hieb-/Stichwaffen), während zudem häufig auch psychische Ausnahmesituationen thematisiert wurden. Weiterhin zeigt sich ein breites Spektrum an sprachlichen Variationen zur Beschreibung polizeilicher Tötungen. Die Untersuchung leistet einen Beitrag zum Verständnis, wie deutsche Medien Deutungsmuster rund um die polizeiliche Gewaltanwendung konstruieren.
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