Der Einfluss differenzieller Peerassoziationen auf Delinquenz variiert abhängig von der Kombination aus unstrukturiertem Freizeitverhalten und persönlichen Moralvorstellungen

  • Florian Kaiser
Schlagworte: Differenzielle Peerassoziationen, Durchschnittliche marginale Effekte, Jugenddelinquenz, Peereinflüsse, Person-Umwelt-Interaktion, Persönliche Moralvorstellungen, Situational Action Theory, Unstrukturiertes Freizeitverhalten

Abstract

Die vorliegende Studie untersucht Implikationen der Situational Action Theory, nach welchen die kriminogene Wirkung delinquenzgeneigter Peerassoziationen von der Kombination aus unstrukturiertem Freizeitverhalten und persönlichen Moralvorstellungen abhängt. Mit Hilfe einer Bayesianischen Negative-Binomial-Mehrebenenregression wird diese Dreifachaktion für eine Stichprobe deutscher Jugendlicher geschätzt. In Übereinstimmung mit den Implikationen der Situational Action Theory zeigen die Ergebnisse, dass der kriminogene Einfluss von Gleichaltrigen von unstrukturiertem Freizeitverhalten und persönlichen Moralvorstellungen abhängt. Für Personen, die starke persönliche Moralvorstellungen gegen Delinquenz vertraten, und Personen, die relativ wenig Zeit in unstrukturierten Aktivitäten verbrachten, waren lediglich marginale Peereffekte zu beobachten. Für Personen, die schwächere Moralvorstellungen hatten und relativ viel Zeit in unstrukturierten Freizeitaktivitäten verbrachten, waren die Peereffekte dagegen am stärksten. Die Ergebnisse unterstreichen, dass bei der Untersuchung von Peereinflüssen die moderierende Wirkung von persönlichen Faktoren und Umweltfaktoren zu berücksichtigen ist.

Veröffentlicht
2021-03-30
Zitationsvorschlag
Kaiser, F. (2021). Der Einfluss differenzieller Peerassoziationen auf Delinquenz variiert abhängig von der Kombination aus unstrukturiertem Freizeitverhalten und persönlichen Moralvorstellungen. Kriminologie - Das Online-Journal | Criminology - The Online Journal, 3(1), 72-99. https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2021.1.5
Rubrik
Einzelbeiträge