Untersuchung der Auswirkungen des Kraftfahrzeugverkehrs auf Kriminalität im öffentlichen Raum
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2026.2.3Schlagwörter:
Autos, kollektive Wirksamkeit, physische Unordnung, Sicherheit im Wohnviertel, wahrgenommene KriminalitätAbstract
Verkehr beeinflusst die Sicherheit auf der Straße auf vielfältige Weise, die oft nicht ausreichend wahrgenommen werden. Neben seinen umweltschädlichen Auswirkungen und dem offensichtlichen Risiko für Fußgänger:innen stellen wir die Hypothese auf, dass starker Kraftfahrzeugverkehr auch die Kriminalität im öffentlichen Raum erhöhen kann. Wir entwickeln diese Annahme auf Grundlage einer breiten Palette etablierter Kriminalitätstheorien und testen sie mithilfe von Längsschnittdaten aus Understanding Crime sowie Zwei-Wege-Fixed-Effects-Modellen. Wir stellen fest, dass die Wahrnehmung von Kriminalität in Stadtteilen mit einem hohen Aufkommen an Kraftfahrzeugverkehr höher ist. Wichtiger ist, dass die beiden Phänomene über die Zeit hinweg zusammenhängen, was auf einen wahrscheinlich kausalen Effekt hindeutet. Abschließend weisen wir darauf hin, dass der ursächliche Effekt des Kraftfahrzeugverkehrs auf Kriminalität im öffentlichen Raum vermutlich durch kollektive Wirksamkeit vermittelt wird. Das heißt, Verkehr schwächt gemeinschaftliche Bindungen, wodurch informelle Überwachung weniger wirksam wird.
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