Gerechtigkeitsglaube und Verantwortungszuschreibung bei verbaler sexueller Belästigung: Eine Studie unter männlichen Studierenden
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2026.1.4Schlagwörter:
Glaube an eine gerechte Welt, Neutralisierung, Rechtfertigung, Studierendenbefragung, verbale sexuelle Belästigung, VergewaltigungsmythenAbstract
Der Aufsatz untersucht anhand einer Befragung männlicher Studenten in Deutschland (N = 1 792), wie unterschiedliche Formen des Gerechtigkeitsglaubens die Wahrnehmung und Bewertung weiblicher Opfer und männlicher Täter nach einer verbalen sexuellen Belästigung beeinflussen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Zuschreibung von Verantwortung an Opfer und Täter sowie die Legitimation von Schuldzuschreibungen an das Opfer und Entschuldigung des Täters auf Basis von Vergewaltigungsmythen. Die Ergebnisse zeigen, dass ein ausgeprägter Glaube an ultimative Gerechtigkeit mit einer geringeren Verantwortungszuschreibung an den Täter sowie einer höheren Schuldzuschreibung an das Opfer einhergeht. Ein immanenter Gerechtigkeitsglaube begünstigt hingegen eine stärkere Verantwortungszuschreibung an das Opfer. Beide Formen des Gerechtigkeitsglaubens stehen darüber hinaus positiv mit der Rechtfertigungsstrategie der Täterentschuldigung in Zusammenhang.
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