„Den Weg suchen in die aufregenden Grenzbereiche zwischen den Disziplinen“: Strafrechtswissenschaftliches Arbeiten an der Schnittstelle von Historischer Kriminologie und Strafjuristischer Zeitgeschichte am Beispiel eines Forschungsprojekts zu den Anfängen des Völkerstrafvollzugs
DOI:
https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2026.1.1Schlagwörter:
Historische Kriminologie, Methodik, Strafjuristische Zeitgeschichte, VölkerstrafvollzugAbstract
Aus Anlass eines Forschungsprojekts zu den Anfängen des völkerstrafrechtlichen Strafvollzugs befasst sich der Verfasser mit dem strafrechtswissenschaftlichen Arbeiten im Schnittbereich von (Historischer) Kriminologie und (Strafjuristischer) Zeitgeschichte. In einem ersten Schritt wird der – aufgrund seiner Entfaltung auf verschiedenen Ebenen – unübersichtliche bisherige Diskussionsstand vorgestellt. Die Darstellung umfasst die allgemeine Debatte über das Verhältnis von Sozialwissenschaften und Geschichtswissenschaft sowie mehrere spezielle Diskussionen zum Verhältnis sozialwissenschaftlicher und historischer Sichtweisen auf das Recht. In einem zweiten Schritt werden einige weiterführende Überlegungen am Beispiel eines Forschungsprojekts zu den Anfängen des Völkerstrafvollzugs angestellt. Überprüft wird, ob für eine solche Untersuchung sozialwissenschaftliche oder geschichtswissenschaftliche Methoden zweckmäßig sind – sei es wegen des (interdisziplinären, internationalen, intertemporalen) Untersuchungsgegenstandes, der Erkenntnisinteressen oder der Materialgrundlagen. Aus diesen Betrachtungen werden einige Folgerungen für die Forschungsmethoden (z. B. sozialwissenschaftlich oder geschichtswissenschaftlich, quantitativ oder qualitativ) und Forschungsfragen (sozial-, geschichts- und rechtswissenschaftlich) gezogen. Abschließend gelangt der Verfasser zu dem Ergebnis, dass bei Studien im Schnittbereich von (Historischer) Kriminologie und (Strafjuristischer) Zeitgeschichte zwar eine erhebliche Flexibilität hinsichtlich der Methoden besteht. Jedoch lassen sich aus den verschiedenen Wissenschaften unterschiedliche Anforderungen an die Untersuchung ableiten, die zusammengenommen einen besonders großen Erkenntnisgewinn versprechen.
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