Figurationen staatlicher Interventionen bei Rechtsextremismus und Islamismus – Ein Zwischenbericht

  • Katharina Leimbach
Schlagworte: Radikalisierungsprävention, Deradikalisierung, soziale Probleme, qualitative Kriminologie, Versicherheitlichung

Abstract

Der Artikel soll das qualitativ-methodische Vorgehen zur Untersuchung des Feldes der „Radikalisierungsprävention“ transparent machen und einen Ausschnitt erster Ergebnisse präsentieren. Angeleitet durch die explorative Frage was Radikalisierungsprävention meint und wie sie durchgeführt wird, wurden zum einen Interviews mit Durchführenden von präventiven beziehungsweise interventiven Maßnahmen zur Verhinderung von Rechtsextremismus und Islamismus geführt und zum anderen mit sogenannten (ehemals) radikalisierten Personen. Sensibilisiert durch das Konzept sozialer Probleme können Präventions- und Interventionsmaßnahmen als institutionalisierte Strategien zur Bearbeitung von gesellschaftlich definierten sozialen Problemen wie „Radikalisierung“ verstanden werden. Für die Auswertung der Interviews wurde die Situationsanalyse als Erweiterung der Grounded Theory mit wissenssoziologisch-hermeneutischen Analysen kombiniert, wodurch der Blick auf die Interaktionen und das implizite Wissen der Akteur*innen geworfen wird. Entlang der Kategorie „Sicherheit“ wird gezeigt, wie unterschiedlich Expert*innen ihre rechtsextremistisch-orientierten und islamistisch-orientierten Klient*innen als Problemgruppen konstruieren und welche Auswirkungen dies auf die Selbstpräsentation der interviewten „Radikalen“ hat. Der Fokus liegt hierbei auf den Biographien „radikalisierter“ Männer, die an einem Interventionsprogramm teilgenommen haben.

Veröffentlicht
2019-12-20
Zitationsvorschlag
Leimbach, K. (2019). Figurationen staatlicher Interventionen bei Rechtsextremismus und Islamismus – Ein Zwischenbericht. Kriminologie - Das Online-Journal | Criminology - The Online Journal, 1(2), 163-179. https://doi.org/10.18716/ojs/krimoj/2019.2.5