Peer Mentoring in der Straffälligenhilfe – Über die Entwicklung von Desistance-Kapital unter prekären Bedingungen
DOI:
https://doi.org/10.18716/2026.3.3Schlagwörter:
Desistance, Gelebte Erfahrung, Peer Mentoring, Resozialisierung, StraffälligenhilfeAbstract
Der vorliegende Beitrag setzt sich mit der Praktik von Peer Mentoring in kriminologischen Handlungsfeldern auseinander. In diesem Zusammenhang wird zunächst insbesondere durch die Sichtung internationaler Forschungsbefunde thematisiert, welche Bedeutung Peer Mentoring im Kontext von Desistance aufweist, um im Anschluss die gegenwärtige Situation hinsichtlich der Einbindung von gelebter Erfahrung im Handlungsfeld der Straffälligenhilfe in Deutschland zu beleuchten. Kernstück des Beitrages bildet eine empirische Untersuchung, in der mittels qualitativer Interviews mit in der Straffälligenhilfe in Deutschland tätigen, professionalisierten Peers rekonstruiert wird, wie diese ihre Tätigkeit selbst erleben. Dabei zeigen die Ergebnisse, dass die Mentor:innentätigkeit den Ausstiegsprozess der Mentor:innen fördern kann, indem sie insbesondere die Möglichkeit bietet, zurückliegende Straffälligkeitserfahrungen als Ressource zu deuten und „Desistance-Kapital“ aufzubauen. Gleichzeitig werden mit dieser Tätigkeit einhergehende Barrieren sichtbar, die es erschweren, abseits eines Normalarbeitsverhältnisses langfristige Perspektiven zu entwickeln.
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