Muster von Tötungsdelikten in Süd-Sumatra: Territoriale Konzentration, zwischenmenschliche Gewalt und institutionelle Unterschiede

Autor/innen

DOI:

https://doi.org/10.18716/2026.3.2

Schlagwörter:

Gewalt, Indonesien, Kriminologie, Soziale Desorganisation, Süd-Sumatra, Tötungsdelikte

Abstract

Diese Studie untersucht die Muster von Tötungsdelikten in Süd-Sumatra, Indonesien, indem sie Daten aus verschiedenen Akten zu Tötungsdelikten zusammenführt. Dazu zählen Akten aus zehn Gerichtsbezirken im Zeitraum von 2014–2024, operative Polizeidaten aus 17 Regionen und Städten aus dem Zeitraum von 2022–2024 sowie halbstrukturierte Interviews mit Akteur: innen aus den Bereichen Mordermittlung, Mediation und Opferhilfe. Die Analyse fokussiert sich auf die geografische Konzentration, gemeldete und aufgeklärte Mordfälle, Mordmotive sowie Merkmale der Tatorte. Die Ergebnisse zeigen, dass Mordfälle in Süd-Sumatra ungleichmäßig verteilt sind, wobei in Palembang, Musi Banyuasin und im Gerichtsbezirk Kayu Agung durchweg eine relativ hohe Konzentration an Mordfällen verzeichnet wird. Anhaltende Konflikte waren das am häufigsten verzeichnete Motiv (56 Fälle), gefolgt von Tötungsvorsatz (43 Fälle) und Missverständnissen (32 Fälle), was die Bedeutung zwischenmenschlicher Konflikte und Vergeltungsgewalt unterstreicht. Wohnhäuser waren der häufigste Tatort (86 Fälle), gefolgt von Straßen (34 Fälle), was darauf hindeutet, dass tödliche Gewalt häufig in vertrauten sozialen Umgebungen stattfindet. Die Studie identifiziert zudem erhebliche Diskrepanzen zwischen gemeldeten und aufgeklärten Mordfällen in den verschiedenen Gerichtsbezirken, was auf ungleiche Ermittlungsbedingungen in der gesamten Provinz hindeutet. Angesichts der Social Disorganization Theorie, der Routine Activity Theorie, Black’s sociology of self-help, sowie Perspektiven der Konflikteskalation, argumentiert die Studie, dass Tötungsdelikte in Süd-Sumatra am besten als ein relationales, territorial geprägtes und institutionell ungleichmäßiges Phänomen verstanden werden können, welches durch das Zusammenspiel von territorialer Verwundbarkeit, zwischenmenschlichen Konflikten, situativer Zugänglichkeit und institutionellen Unterschieden geprägt ist.

Veröffentlicht

2026-09-28

Zitationsvorschlag

Sulhin, I., Alfatih, A., Sartika, D. D., & Ekonugraheni, D. H. (2026). Muster von Tötungsdelikten in Süd-Sumatra: Territoriale Konzentration, zwischenmenschliche Gewalt und institutionelle Unterschiede. Kriminologie - Das Online-Journal | Criminology - The Online Journal, 8(3), 247-272. https://doi.org/10.18716/2026.3.2