Gefängnisräume und Rehabilitation: Eine multiperspektivische qualitative Analyse der gebauten Umwelt in österreichischen Justizanstalten
DOI:
https://doi.org/10.18716/2026.3.1Schlagwörter:
Empirische Sozialforschung, Gefängnisarchitektur, Gefängnisforschung, Multiperspektivische qualitative Forschung, ResozialisierungAbstract
Gefängnisse werden zunehmend nicht nur mit Blick auf Sicherheit und Kontrolle geplant und gebaut, sondern auch unter Berücksichtigung der Frage, wie räumliche Bedingungen das Wohlbefinden, die Rehabilitation und die persönliche Handlungsfähigkeit inhaftierter Personen beeinflussen. Auf Grundlage qualitativer Forschung in neun Justizanstalten untersucht der Artikel, wie Organisation, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit von Räumen Erfahrungen von Inhaftierung, institutioneller Sicherheit und rehabilitativen Bedingungen prägen. Der Artikel stützt sich dabei auf Interviews, Fokusgruppen sowie auf strukturierte Vor-Ort-Besichtigungen. Die Ergebnisse veranschaulichen, wie Zugang, Lage, Ausstattung, Atmosphäre und alltägliche Nutzung Wahrnehmungen von Würde, Privatsphäre, Autonomie und Normalität beeinflussen können und mit dem rehabilitativen Potenzial von Gefängnisräumen zusammenhängen. Die Analyse verweist zudem auf Spannungen zwischen Sicherheitsanforderungen und rehabilitativen Zielen sowie auf Diskrepanzen zwischen intendierten räumlichen Funktionen und tatsächlicher Nutzung. Der Artikel kommt zu dem Schluss, dass die bauliche Umgebung gemeinsam mit organisatorischen und sozialen Faktoren berücksichtigt werden muss, um Rehabilitation zu unterstützen, anstatt bestehende Benachteiligungen zu verstärken.
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